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Franz Röttges mit BMW 728i Bj. 1980
Beschreibung:
BMW 728i Bj. 80, Originalmotor wurde angeblich bei 135.000km überholt,
ist dann bei 200.000 irreparabel defekt geworden. (Zylinderwandung beschädigt).
Glücklicherweise habe ich vorher einen ausgemusterten 735er mit Motorschaden
bekommen, den ich als Ersatzteillager zerlegt habe. Dieser Motor sollte jetzt
in meinen 728er rein. Nachdem dem Motor selbst bei einer mittleren Zerlegung
kein Fehler anzusehen war, habe ich ihn erstmal wieder zusammengebaut und eingebaut.
Er sprang sofort an, jedoch bei leicht erhöhter Drehzahl hat er arg geklopft.
Eine erneute Zerlegung ergab, daß ein Kolben auf den Zylinderkopf hämmerte
(!).
Ursache war ein total ausgenudeltes unteres Pleuellager, das schon mehrere Millimeter
Spiel hatte. Irgend ein Spezialist hatte die Ölfilterpatrone vorher so
eingebaut, daß sie keinerlei Filterwirkung haben kann, und die Späne
haben dann wohl dem Lager den Rest gegeben.
Jetzt brauchte ich also eine Kurbelwelle. Erkundigungen ergaben daß eine
neue Kurbelwelle kein Billigteil ist. Und wenn ich schon so grundsätzliche
Teile erneuere, will ich auch gleich den ganzen Motor überholen.... Ein
BMW-Lagerist hat mir dann einen Motorblock aus einem Unfall-535er von 1989 für
gut 200DM angeboten. Das sei trotz anderer Anbauteile genau das selbe. Hätte
ich es ihm nur nicht geglaubt...
Der 89er hat weniger Bohrung und vermutlich dann mehr Hub. Die Kolben haben
eine andere Form. Die Löcher für die Motoraufhängung sind nicht
alle an der selben Stelle. Einige waren sogar ausgebrochen. Das Motoröl
läuft auf anderen Wegen, so daß beim Einbau des 80er Ölfilters
kein Öldruck aufgebaut werden würde. Ein Loch für den Rücklauf
einer Kühlwasser-Vorwärmleitung fehlt. Das mit der Bohrung, Hub und
Kolbenform habe ich geometrisch-mathematisch gelöst. Ich habe die reslultierende
Kompressionshöhe berechnet. Dabei bin ich auf eine (waren es 1 oder 2 Zehntel?)
geringfügig niedrigere Kompression gekommen, die durch mindestens einmaliges
Kopf-Planen aber wieder ein bißchen kompensiert wird. Egal, Leistung ist
genug da, und für die Haltbarkeit ist es förderlich.
Die fehlenden und ausgebrochenen Gewindelöcher für die Motoraufhängung
habe ich mit dicken Blechplatten überbrückt. Beim Ölfilteranschluß
habe ich ein Verbindungsloch mit einer Madenschraube und Loctite verschließen
müssen und einen Kanal mit einer Blechplatte und selbst geschnibbelter
Dichtung verschlossen. Den fehlenden Wasser Rücklauf habe ich einfach mit
einem Hydraulik-Anschlußwinkel auf die Ablaßschraube geführt.
Abgedichtet ist er mit Hanf, was im Bad dem Heißwasser standhält,
sollte auch beim Auto halten. Es ist ja nur ein Bar Druck.
So fahre ich jetzt schon seit 70.000 km herum. Auch mit viel Autobahn-Vollgas
usw. Der Motor läuft astrein. TÜV-eingetragen ist alles, wenn er auch
den Motorumbau gaaanz lange angekuckt hat :-))
Das Differenzial ist übrigens noch vom 728er, die kürzere Übersetzung
ist dem Durchzug förderlich, der wirklich nicht schlecht ist. Die 728er
Kardanwelle hat es mir dann ein paar Wochen später abgedreht, aber ich
hatte ja noch eine vom 735er da. 50% mehr Drehmoment ist halt doch ein Wort.
Letzthin haben Verteiler und Luftmengenmesser teilweise den Geist aufgegeben.
Der Rost wird mit zunehmendem Alter auch immer mehr ein Thema, mal kucken wie
lange ich das im Griff behalten kann.
Franz Röttges